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AGCW-DL Arbeitsgemeinschaft Telegrafie e.V.
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 Betreff des Beitrags: Gedanken zur Telegrafie
BeitragVerfasst: 18 Mai 2014, 11:48 
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Hier in diesem Forum bestünde „auch“ die Möglichkeit, sich über Sinn und Unsinn der inzwischen überzähligen Contest Aktivitäten zu äußern, nicht nur auf dem Band...

Ich persönlich habe nichts gegen Conteste, auch wenn sie mich persönlich nie angesprochen oder interessiert haben.

Das entstandene Missverhältnis zwischen Contest- und Klartextaktivitäten hat schon lange eine bedenkliche Schieflage erreicht. Das sollte nachdenklich machen und nach Erklärungen suchen.

Die Gründe hier auf dieser Plattform deutlich zu machen und Wege aufzuzeigen, wie man weitaus mehr Freude an der Telegrafie haben kann, als nur an schnellen Erfolgen durch bloße Rufzeichennennung und drei Zahlen durch den PC, dazu würde sich das Forum hier sehr gut anbieten.

Die Meinung von namhaften, aktiven und kompetenten Ops zu diesem Thema könnte zumindest eine gewisse Nachdenklichkeit hervorrufen. Spätestens dann, wenn man sich verdeutlicht, dass zwischen Contest- und Klartextaktivisten „zunehmend“ gar keine Verständigung mehr möglich ist, dem eigentlichen Sinn der Telegrafie.

Ein weiteres Thema könnte sein, die Gründe für die immer geringer werdende Aktivität von Klartext QSOs herauszufinden.

In Anbetracht von „tausenden“ Telegrafie fähigen Ops die man in den bekannten Mitgliederlisten der CW-Vereinigungen findet, muss die geringe Aktivität auf den Bändern doch sehr nachdenklich stimmen.

Nachdenkliche Gedanken zur Telegrafie von

Dieter DL2LE


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 Betreff des Beitrags: Re: Gedanken zur Telegrafie
BeitragVerfasst: 19 Mai 2014, 08:54 
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Wohnort: Teising, Südbayern
Wettbewerbe in CW finde ich sinnvoll und es macht mir Freude, dabei zu sein. Ich sehe sie als gute Möglichkeit, die eigene Station zu testen, da die Gegenstationen alle Anrufe annehmen. Oft teste ich mit meinem QRP-Transceiver mit verschiedenen Antennen. Allerdings ist es dann schon enttäuschend, wenn der standartisierte 599 Rapport der Gegenstation aus dem Computer kommt (war gelegentlich auch bei der qrp-qrp-Party der Fall). So bleibt nur die Bestätigung, dass ich gehört wurde.
Bei meinen SOTA-Aktivitäten ist es aufregend, ein Pile-Up mit 40-50 Stationen schnell zu bedienen, da sind kurze Verbindungen angebracht.
Das Hauptproblem bei Klartext-Verbindungen ist mangelnde Übung evtl. auch Begabung. Die Probleme kann ein OM, der CW als Beruf ausübte wohl nicht gut nachempfinden (?). Ich habe festgestellt, dass es relativ leicht ist, standartisierte Verbindungen abzuwickeln und Rufzeichen schnell zu erkennen, dass es dann aber ein weiter Weg ist zum sicheren Aufnehmen von Klartext in akzeptabler Geschwindigkeit. Das erfordert viel Übung und Zeit, die oft sinnvoller auf andere Dinge verwendet wird (da das Leben nicht nur aus Amateurfunk besteht).
Auf der anderen Seite habe ich Kollegen kennengelernt, die große Freude daran haben, in möglichst kurzer Zeit unzählige Verbindungen mit größter technischer Unterstützung abzuwickeln, in irssinniger Geschwindigkeit bei Contesten und DX-Expeditionen (das ist wohl wie ein Adrenalin-Rausch). Auch das hat seine Berechtigung.
Wenn ich Zeit und Muße habe, übe ich Klartext mit lcwo.net. Die Fortschritte sind langsam aber es macht Spaß.

_________________
Peter, DL4NV
* 554*


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 Betreff des Beitrags: Re: Gedanken zur Telegrafie
BeitragVerfasst: 21 Mai 2014, 16:13 
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Registriert: 19 Apr 2014, 15:25
Beiträge: 42
Jeder soll weiterhin mit Begeisterung seine Conteste fahren, mit welchem Argument oder Faszination auch immer.

Eins aber muss klar sein.

Wer den Klartext nicht beherrscht, der hat den Lernprozess der Telegrafie nicht abgeschlossen, sondern ihn unterbrochen oder gar für immer abgebrochen.

Er begnügte sich mit der bloßen Identifizierung des Rufzeichens und dem Rapport. Den Name und das QTH entnimmt er ohnehin dem PC, der für ihn auch den Rest der Buchführung übernimmt.

Oder er begnügt sich mit dem Standard QSO, bei dem jedoch keine Fragen gestellt, oder Anmerkungen gemacht werden dürfen, weil man keinen Klartext versteht und damit die Telegrafie nicht vollständig beherrscht.

Da nützt es auch nichts, sich mit dem Hinweis auf QRM, QSB oder QRU/QRT aus der Affäre zu ziehen. Da „würde“ nur helfen, den Lernprozess zu Ende zu bringen und etwas mehr Zeit für CW zu investieren. Gern auch auf dem Band in QRSS.

Wer neben QRL und Familie Zeit für PC, Facebook, Twitter und andere Hobbys hat, der „könnte“ eigendlich auch seine abgebrochene CW-Karriere erfolgreich zu Ende bringen, so wie man auch die große Lizenz geschafft hat.

Ich wünsche euch den nötigen Ehrgeiz für die letzte zu nehmende Hürde und versichere, ihr erlebt die Telegrafie ganz neu, als eine schöne und gefahrlose Droge mit Langzeitwirkung.

Ermutigende 73 & 55

Dieter DL2LE


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 Betreff des Beitrags: Re: Gedanken zur Telegrafie
BeitragVerfasst: 21 Mai 2014, 17:40 
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Moin,

dass das Thema immer weniger werdender Klöhn-QSO kein neues ist, zeigt der von Dieter vor mehr als acht (8) Jahren gestartete Diskussionsfaden in der DL-QRP-Mailingliste. Wiederzufinden im Forum unter http://www.qrpforum.de/index.php?page=T ... 5#post3445 Ich habe mich dort mal wieder eingelesen und finde doch ein paar ganz gute Ansätze.

Zum einen wurde "beklagt", dass die gängigen Klöhnrunden überwiegend von sehr fixen Stationen abgehalten werden und man dort nicht einbrechen mag. Geht mir genauso. Die Anzahl der Treffen ist in den letzten Jahren ebenfalls weniger geworden.

In der Diskussionsrunde, die offen endete, wurde damals ! schon die Einrichtung einer QRS Runde vorgeschlagen, wo sich eben genau diejenigen treffen können, die noch unsicher bzw. nicht so fix sind. Und von mehr erfahrenen OP unterstützt werden.

Dieter, Dir ist sicher nicht entgangen, dass das QRS NET seit mehr als einem Jahr unterbrechungsfrei läuft. Im Laufe der Zeit haben uns um die 80 verschiedene Stationen besucht; ein harter Kern ist immer da. viewtopic.php?p=19#p19 Vorankündigungen laufen jede Woche seit Anfang an im QRP-Forum und seit Bestehen des AGCW-Forums auch hier.

Es kann also nicht behauptet werden, dass zu diesem Thema "Belebung von Klartext-QSO" und nicht so schnellen und sicheren OP nichts unternommen worden ist. Die Übungs- und Austauschplattform ist vorhanden. Die eine oder andere "CW-Prominenz" war auch schon da, auf einige warte ich noch, hi. ;) Allerdings ist nicht jeder, der sich 2006 nach einer Runde gesehnt hat, dabei. Schade.

Amateurfunk ist ein vielseitiges Hobby. Ja, ich weiss, eine oft gehörte Phrase. Aber es stimmt ja auch. Später mehr.

Ich liebe CW, auch wenn ich nicht der (V-E-)HSC-Spezi bin. Habe ich ja auch nie behauptet, aber egal. Somit kann ich mich nur mit denen unterhalten, die so in etwa mein Tempo können. Gehörlesen ist kein Problem, sofern die Pausen relativ sauber sind und nicht ständig Fehler plus Irrungen und Wiederholungen gegeben werden. Das bringt meinen Textfluss im Kopf durchnander.

Der nächste Punkt: In den Zeiten, in denen ich auf Band sein kann (berufstätig, Frau, Kind, andere Verpflichtungen, Gesundheit etx.) treffe ich selten alte Hasen, die sich in meinem Kenntnisstand befinden. Vermutlich sind sie vorm TV als swl qrv. Die Zeit fürs QRS-NET ist schon mit die einzige, die ich regelmässig abzwacken kann.

Jetzt zur oben genannten Vielfalt des Hobbies. Neben CW - ein Mikrofon ist nur noch an der 70cm-FM-Quarzkiste dran - baue ich noch gerne. Also Funkgeräte und Zubehör, mit denen ich auch wieder CW machen kann. Wer sich mal die Mühe macht, bei mir virtuell umzusehen, wird merken, dass ich alles andere als ein alter, bequemer Steckdosenamateur bin.

Ergo: Weil ich auch die Technik und das Bauen liebe, muss das ebenso gepflegt werden. Weil ich im Gegensatz zu fehlenden adäquaten Partnern in CW immer bauen und basteln kann, hat das derzeit vorang. Dazu gehört die Teilnahme an OV-Lehrgängen in allen Richtungen, der Austausch, die Hilfe für den Nachwuchs, beantworten von E-Mails in Bezug auf CW (sind nicht wenig) und mehr. Ich gehöre noch nicht zu den Alten, die sich beim OV-Abend mit Klöhn und Bier begnügen, die alten Zeiten beweinen und nicht mehr wissen, wo der Lötkolben heiss wird...

Jetzt sehen die Teilnehmer 'meines' QRS NET mal bitte weg: Ich wollte _eigentlich_ ein QRQ-Trainingsnet für mich haben, weil ich weiterkommen wollte. 8-) Und in der Tat, es wäre schön, wenn es ein wunderbares friedliches QRQ-NET wie das QRS-NET geben würde.

Dass ich dem Schicksal / die Fügung, die es so wollte, dass es ein QRS NET wurde, dankbar bin, steht ausser Frage. Die erste Rundensituation, die mir wirklich gefällt und ich zudem das Gefühl habe, auch im Betrieb etwas für CW-Nachwuchs zu tun. :!:

Also: Als berufstätiger und technikinteressierter Familienvater ist es nicht so leicht, sich Zeit abzuzwacken. Da sind Rentner etx. besser 'dran.

Was sehe ich noch? Unser heutiger Zeitgeist macht vorm AFU nicht halt. Die Computerisierung trägt leider in einer Form mit dazu bei. Ich nutze den PC fürs Hobby. Die CWisten, die einen haben, werden das auch machen. Soweit, so gut. Jetzt versuche ich mal einen Zusammenhang zwischen Contest (bin dem nicht abgeneigt, kann es - ist aber nicht mein Funk-Lebensinhalt) und den Situationen auf dem Band herzustellen.

Mit dem PC werden Logbücher geführt. Dank moderner Vernetzung - Dieter beschrieb es passend - steht an sich auch gleich alles ohne Nachfrage im Log. Cluster prägen die DX-Welt, Diplomsammler aller Art sammeln ganz gezielt. 'Dank' moderner Technik ist das alles einfacher geworden, die Zielgruppe der Sammelbegier gezielt auszuwählen. Es werden nicht wie früher QSOs gefahren, um dann erfreut festzustellen, dass OP xy auch dieses oder jenes sammelt. Diese durchaus zweckgebundenen Individual-QSO gehen auf ein Minimum zurück.

"Oh, da ruft einer CQ. WWW befragen, ob ich den DOK des OM (sofern vorhanden, es sind weniger als 50% der Lizenzinhaber im DARC!) schon habe... Hmm... Logbuch sagt ja - Ach nö, uninteressant."

Ich bin der Meinung, dass dieses Beispiel kein Einzelfall ist. Der "gemeine CQ-rufende OP" und der "gemeine nette Anrufer" sind mehr und mehr eine aussterbende Spezies. 'Dank' Technik, Punktesammelleidenschaft, Clickmentalität und immer mehr Streben nach dem Maximum an Trophäen und Punkten ist das normale QSO immer mehr uninteressant geworden. Wenn ich mal von daheim oder auch /p CQ rufe, kann ich via RBN sehen, das die conds da sind. Bänder sind offen - aber kaum einer antwortet.

Jetzt aber den Blick mal nach vorne richten.

Bleibt daher nur eine einfache Frage: Wie können wir die Menschen ermutigen, auch nach der Tagesschau auf dem Band zu sein? Nicht nur die QRQ-ler...

Und, Dieter, lediglich die Bitte oder der Aufruf: "Macht mehr Klartextbetrieb" wie hier oder auf Deiner QRZ.COM-Seite funktioniert nicht (mehr). Wenn dem so wäre, hätte es nach Deinen Threadbeginn vor 8 Jahren einen Ruck durch die Massen geben müssen. Aufforderungen oder Bitten helfen nicht viel. 'Man' (oder Du) musst schon was machen, in die Hand nehmen, anfangen. Da muss also schon ein Konzept her, dass umgesetzt werden sollte. Immer gerne von denen gesehen, die die Idee haben. 8-)

Entscheidend ist, etwas im guten Beispiel nachhaltig zu bewegen, zu machen und zu unternehmen, was sich im Idealfall verselbstständigt. Es ist ähnlich wie bei der Erziehung seiner Kinder: Mit positiven Beispielen und Ideen vorangehen, motivieren.

HW?

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73 de Michael, DF2OK
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 Betreff des Beitrags: Re: Gedanken zur Telegrafie
BeitragVerfasst: 22 Mai 2014, 10:56 
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Beiträge: 42
Zum Thema "Verhältnis von Klartext zu Contest und geringe Klartextaktivität".

Eins vorweg Michael,

ich habe mich längst von der Hoffnung verabschiedet, an der bestehenden Situation etwas verändern oder bewirken zu können.

Ich glaube sogar, dass sich der Trend weiter fortsetzen wird und begründe das wie folgt.

Um die Telegrafie in seiner Gänze zu beherrschen, also klartexttauglich zu werden, muss man in der Tat mehr oder weniger viel Zeit investieren, bis man sich im QSO mit seinen Partnern verständigen und unterhalten kann. Die investierte Zeit ist der Schlüssel zum Tresor oder Erfolg, sowie Ehrgeiz und Ausdauer.

Diese wird auch heute noch von zielstrebigen OPs aufgebracht, trotz Familie, QRL, Studium oder anderen oft wichtigen Aufgaben.

Der Ehrgeiz ist eine ihrer Triebfedern, diese Disziplin schaffen zu wollen.
Priorisierendes und konsequentes Zeitmanagement hilft ihnen dabei sehr.

Daran aber scheitern in der heutigen Zeit aus meiner Überzeugung die meisten an Telegrafie „interessierten“ Leute.

Die vielen Ablenkungsangebote und Interessen der heutigen Zeit sind inzwischen so zahlreich geworden, dass man darauf nicht mehr verzichten will oder kann.

Um jedoch nicht gänzlich auf den Reiz der Telegrafie verzichten zu müssen, sucht man nach Möglichkeiten und Wegen, mit geringem Aufwand und Fremdunterstützung durch PC & Co. seine Wünsche zu erfüllen und landet oder endet gar beim 599 Contest.

Zur geringen Klartextaktivität sei folgendes gesagt.

Ich beobachte seit Jahren eine immer weiter abnehmende Zahl an klartextaktiven Ops. Weil ihnen das Angebot an Partner einfach zu wenig geworden ist, schalten sie immer seltener ein oder widmen sich anderen Erfolg versprechenderen Dingen.

Diese Spirale der Selbstauflösung ist nicht mehr aufzuhalten, davon bin ich inzwischen längst überzeugt.

Die Möglichkeit zur Erfüllung deiner QRQ Wünsche Michael, habe ich hiermit deutlich aufgezeigt.

Dein Engagement für CW verdient ausgesprochen großes Lob! Aber deine inzwischen bekannte und „überaus“ zeitaufwendige Verausgabung in Wort und Schrift zu Themen der Telegrafie bringt mich zu der Empfehlung, dein Zeitmanagement „etwas“ umzuschichten, zu Gunsten der Weiterentwicklung in Richtung deines QRQ Wunsches.

Aber QRQ und Tempo sollten nicht das Hauptziel sein, sondern eine möglichst fehlerfreie, flüssige und rhythmisch/harmonische Gebeweise, egal bei welchem Tempo.

73 Dieter DL2LE


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 Betreff des Beitrags: Re: Gedanken zur Telegrafie
BeitragVerfasst: 22 Mai 2014, 13:45 
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DL2LE hat geschrieben:
Eins vorweg Michael,
ich habe mich längst von der Hoffnung verabschiedet, an der bestehenden Situation etwas verändern oder bewirken zu können.
Eine Entscheidung, die akzeptiert werden muss. Gleichwohl stellt sich sicher nicht nur mir die Frage, was das jahrelange Greinen vieler erreichen soll? Wenn jemand nicht mehr an ein Ziel glaubt oder nichts verändern möchte - wozu das Ganze? Die sicher von Dir gut gemeinten und für mich durchaus nachvollziehbaren Parolen und Klagelieder helfen nicht weiter. Dabei sind wir uns im Kern des Themas durchaus ähnlich.

Ein Unterscheid: Ich unternehme etwas, auf meine Art bewirke was und habe noch gewisse Hoffnung, denn sonst würde ich es nicht machen. Wäre mir das ganze Thema CW, AGCW usw. schnurzpiepegal, würde nix zum Thema CW von mir zu hören und zu lesen sein.

Die Ablehnung meines Antrages bspw. war aus den verschiedensten Gründen zu 100% vorhersehbar. Trotzdem habe ich ihn gestellt und bis zur MV gebracht. Trotz der verfahrenstechnisch demokratischen Ablehnung hat der Antrag viel mehr bewirkt als eigentlich sichtbar ist. Die in einigen Texten vom "Boss" verfassten Spitzen - geschenkt.

Du befasst Dich mit CW und schreibst hier - ich befasse mich mit CW und schreibe hier, Du bist mehr auf dem Band qrv, ich derzeit mehr mit der Korrespondenz Hilfesuchender beschäftigt und habe das NET...
Positiv: Trotz Deiner sterbenden Hoffnung ist uns beiden ist CW nicht egal. Wieder eine Gemeinsamkeit.
DL2LE hat geschrieben:
Ich glaube sogar, dass sich der Trend weiter fortsetzen...
Sicher, die Menschen und die Zeiten ändern sich- wie immer auf dieser Welt. ;)
DL2LE hat geschrieben:
Dein Engagement für CW verdient ausgesprochen großes Lob!
Danke!
DL2LE hat geschrieben:
Aber deine inzwischen bekannte und „überaus“ zeitaufwendige Verausgabung in Wort und Schrift zu Themen der Telegrafie
Hi, war mir schon klar, dass Du schon im ersten Posting viel in den Subtext gepackt hast. ;) Tja, jetzt stellt sich die Frage, was in den letzten Jahren mehr für das Thema CW im speziellen und allgemeinen gebracht hat: CW-Betriebsverdichtung durch die Conteste - auch die der AGCW und anderere CW-Vereinigungen weltweit - oder eine Öffentlichkeitsarbeit in Text, Bild und Film. Ohne die geht heute nicht mehr viel. Ferner sollte man den Nachwuchs da abholen, wo er ist: Mit den modernen Medien! Tausende auf dem Markt haben das bereits begriffen. Ich gebe die Hoffnung für den Vorstand der AGCW diesbezüglich nicht auf... :mrgreen: Zweimal im Jahr ein Heft mit hauptsächlich Auflistungen von Contesten bringt es heutzutage nicht mehr.

Aber diese Frage ist die typische Henne<>Ei Frage... Wie dem auch sei: Alles dient CW.

Diese doch teilweise recht wichtigen und durchaus auch im Verborgenen stattfindende Kommunikationen von Funkamateuren; solchen, die es werden wollen und erst recht hobbyfernen interessierten Menschen sind nicht ganz unwichtig. Ich verzichte auf eine Aufstelllung, das würde den Rahmen und das Thema sprengen. Soviel sei gesagt: Durch diese „überaus“ vorhandene Popularität kann ich bei Anfragen sehr gezielt helfen. Die durchweg positiven Reaktionen bestätigen mein Handeln.

Wenn jemand Probleme mit CW hat, dann kann man sie schlecht in CW abhandeln. An sich logisch, oder? ;) Ich stimme Dir und den vielen anderen Stimmen zu, die es immer wieder - teils leider sehr unfreundlich, was die Lust nicht gerade erhöht - wiederholen, CW-Betrieb (ausserhalb von Contesten) zu machen. Allerdings geht das eine nicht ohne das andere.

Denn:
1) Ohne aktive CWisten auf dem Band geht es nicht.
2) Wenn keiner dafür sorgt, das Morsen umfassend medial bekannt wird und bleibt, bleibt der Nachwuchs aus. Geht also auch nicht.

Und, Dieter, alles hat seine Zeit. Auch ich werde noch die Ruhe finden, mich mehr mit QRQ zu befassen, der Grundstock ist gelegt. Aber derzeit steht die Restauration einer alten Bug an...


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 Betreff des Beitrags: Re: Gedanken zur Telegrafie
BeitragVerfasst: 03 Sep 2014, 19:46 
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Registriert: 09 Mär 2014, 21:41
Beiträge: 26
Wohnort: Diepholz
Hallo OM`s !

Die Diskussion oben ist ja schon etwas älter aber ich melde mich trotzdem noch zu Wort:

Solange ihr noch so mit Herzblut um über CW diskutiert bzw. im positiven Sinn streitet, solange wird CW leben weil ihr andere
damit ansteckt.
Auch wenn es -aus eurer Sicht- vielleicht zu wenige sind.

Ich bin (wenn auch momentan zu wenig) am lernen. Ich habe den festen Entschluss einmal in Klartext einsteigen zu können.
Es wird noch dauern....

Glücklich bin ich darüber, dass es Leute in der AGCW gibt, die mir Mut gemacht haben und viele Tipps gegeben haben.

Ein noch größeres Glück war es DL2LE "zu finden" :D
Dieter wohnt "ums Eck" und steht mir mit Rat und Tat zur Seite. Ohne ihn wäre ich schon bei der Auswahl des Reveivers gescheitert.

Für "Novicen" wie mich ist es unheimlich wichtig persönliche Kontakte zu finden. In einem Gespräch kann man 1000mal mehr klären als in Emails etc..

73, Roland, DO4DH


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 Betreff des Beitrags: Re: Gedanken zur Telegrafie
BeitragVerfasst: 04 Sep 2014, 09:22 
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Beiträge: 222
Wohnort: Landkreis UE H23
DO4DH hat geschrieben:
...wohnt "ums Eck" und steht mir mit Rat und Tat zur Seite.
Moin Roland. Stimmt, das sind sehr positive Gegebenheiten. Leider wird dieses Netz immer weitmaschiger. Gerade beim Geben lernen ist eine helfende Hand vor Ort wichtig.
DO4DH hat geschrieben:
Für "Novicen" wie mich ist es unheimlich wichtig persönliche Kontakte zu finden. In einem Gespräch kann man 1000mal mehr klären als in Emails etc..
Stimmt ebenfalls.

Als ein junger OM mit Klasse A bei uns im Ort zwecks eines Antennentests seiner selbstgebauten MagLoop erstmals bei mir im Shack trafen, probierte ich im Anschluss eines Abgleiches die Antenne im Wohnzimmer aus. Als ich 'mal eben' in CW entspannt und 'locker vom Hocker' die eine oder andere Station in Europa mit nur 5 Watt und seiner Antenne mit guten Rapporten arbeiten konnte, ist der Funke zum Morsen lernen bei Ihm übergesprungen. Das habe ich zwar erst später erfahren, aber es war so.

Es war Herbst und zum neuen Jahresanfang stand sein Entschluss fest: Er möchte CW lernen. Klar, dass er sich bei nicht mal 800m Luftlinie Entfernung meiner Unterstützung sicher sein konnte! 8-) Um es kurz zu machen: Nach einem viertel Jahr hatte er fast alle Zeichen in recht beachtlichem Tempo beim Empfang 'drauf. Beim richtigen Geben lernen konnte er meine persönlichen Anwesenheit, Unterstützung und Korrekturen nutzen. Auch wenn er selbst oft behauptet, dass er nicht so gut geben kann, so musste ich ihm oft bestätigen, dass seine Handschrift im Vergleich zu anderen sehr gut ist.

Wir übten oft auf dem 10m-Band; das war einfacher als auf 2m. So konnte er sich schon an das "Feeling" von KW und dem Verhalten seines TRX bei CW gewöhnen. Später dann investierte er Geld in ein passendes CW-Filter. Die Entscheidung hat er bislang nicht bereut.

Bei seinem ersten QSO auf dem Band ausserhalb unseres Trainingsbereiches war ich natürlich mit dabei! Bei meinem 1. CW-QSO hatte ich keinen mit dabei und diese Situation wollte ich ihm ersparen. Heute lachen wir beide über unsere Aufregung und Anspannung, aber das sind schöne prägende Erlebnisse im Leben eines Morsefreundes.

Das Eis war gebrochen und Gregor war mit einfachen kleinen Unterdachantennen (keine Aussenaufbaugenehmigung) in cw qrv. Aber auch er musste - wie Dieter - feststellen, dass es kaum noch adäquate Morsepartner fürs Üben und Schnacken ausserhalb des OV auf den Bändern gab. "599-tu-klick-und-fertig-QSO" war leider faste alles, was es gab.

Um diesem Umstand, keine Übungspartner für Neulinge und (Wieder-)Einsteiger zu haben, abzuhelfen, ist aus einer Idee in der Mailingliste das QRS NET entstanden. Ja, das Kümmern um meinen Funkfreund Gregor, DB5DU, war der Anstoß zu diesem NET.

Gregor ist nun cw-technisch weitergekommen und nicht mehr im NET qrv. Dazu kommnt, dass seine kleine Loop direkt unter der Dachhaut ist für 80m-Betrieb nicht sehr effizient und der Betrieb ist mühsam ist. Aber das Ausbildungsnet läuft weiter und wird am 30. Oktober zwei Jahre alt.

Achja, fast hätte ich es vergessen... ;) Bei einem Besuch von Gregor bei mir zog er ein Schreiben aus der Tasche und zeigte mir die amtliche Bestätigung seiner Morsekenntnisse. Er hatte - still und heimlich, hi - seine freiwillige 60 ZpM Zusatzprüfung bei der BNA erfolgreich bestanden! Was für ein gutes Gefühl. Für beide.

BTW: Auf der Interradio in Hannover 2013 ist Gregor in die AGCW eingetreten.

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 Betreff des Beitrags: Re: Gedanken zur Telegrafie
BeitragVerfasst: 04 Sep 2014, 12:23 
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Registriert: 30 Jun 2014, 07:07
Beiträge: 37
Hallo allerseits,

Ich komme gerade aus dem Frankreich Urlaub zurueck, da gab es auf 7011 jeden Morgen und abend jede Menge franz. Klartext QSOs. Etwas hoeher, auf 7027 waren den Italiener von morgens bis abends - ebenfalls Klartext - zu hoeren.

Am kommenden Samstag ist die 40m AGCW Handtastenparty - wer da mit mir mehr austauschen will als Name/Alter/Nummer ist herzlich willkommen.

Contest und Klartext muessen sich nicht ausschliessen.

Ich sehe uebrigens eher zu wenig Contest-Teilnahme - wenn von 1000+ AGCW Mitgliedern gerade mal um die 50 an der Handtastenparty teilnehmen.

Also bitte: bis Samstag in der HTP!

Gruss

Gerd.


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 Betreff des Beitrags: Re: Gedanken zur Telegrafie
BeitragVerfasst: 05 Sep 2014, 09:40 
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Registriert: 09 Jan 2014, 15:43
Beiträge: 222
Wohnort: Landkreis UE H23
df9ts hat geschrieben:
jede Menge franz. Klartext QSOs. (...) Italiener (...) ebenfalls Klartext
Moin,
für jemanden, der dieser Sprachen mächtig ist, ist das sicher eine Bereicherung. Mir bleiben nur Deutsch, Niederdeutsch, Englisch, Morsen und 'über andere'. ;)

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